Zweiter Internationaler Workshop zur Blickbewegung

Experten treffen sich am CITEC


Vom 29. bis 30. September findet am CITEC der zweite internationale Workshop SAGA zur Erforschung von Blickbewegungen statt. SAGA steht für automatische Analyse von Blickbewegungen (Solutions for Automatic Gaze-Data Analysis). Die Forscherinnen und Forscher diskutieren über Herausforderungen, Neuerungen und Verwendung von mobiler Technologie zur Blickbewegungsverfolgung. Dabei wollen die Wissenschaftler die Blickbewegungserfassung vor allem in natürlicher Umgebung erforschen. Wohin sieht ein Supermarkt-Kunde beispielsweise beim Aussuchen eines Müslis? Auch Anwendungen in der Industrie sind möglich, so soll die Technik zum Beispiel genutzt werden, um in Echtzeit virtuelle Auto-Prototypen zu analysieren. Auch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,2 Millionen Euro geförderte Projekt ADAMAAS greift auf diese Technik zurück. Durch die für ADAMAAS entwickelte intelligente Brille,  soll vor allem alten und behinderten Menschen der Alltag erleichtert werden.


Dr. Thies Pfeiffer sucht mit einer intelligenten Brille ein Müsli aus (l.). Die Augenbewegungen werden aufgezeichnet und ausgewertet (m.). Durch intelligente Brillen kann außerdem analysiert werden, welche Bereiche in einer dreidimensionalen Umgebung besonders interessant für die Probanden sind (r.). (Foto: CITEC)

„Der zweite SAGA Workshop wird einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik rund um die automatische Analyse von Blickbewegung geben. Außerdem können die internationalen Experten den Workshop als Plattform nutzen, um sich auszutauschen und so die zukünftige Forschung prägen“, sagt Dr. Thies Pfeiffer, Mitarbeiter im Zentrallabor des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld.


Auch dieses Jahr beteiligen sich am Workshop Wissenschaftler mit verschiedenen Forschungsschwerpunkten: Linguistik, Psychologie, Biologie, Sportwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Computerwissenschaften, Robotik, sowie Vertreter aus der Industrie.


Der dänische Forscher Dr. Jacob Lund Orquin von der Aarhus Universität hält den Auftaktvortrag und führt ins Thema ein: Welche Eigenschaften von Blickbewegungen werden aktuell von Forschern zur Analyse von Blickbewegungen verwendet? Welche Angaben sollten Forscher in ihren wissenschaftlichen Publikationen machen, um ein Höchstmaß an Transparenz und Reproduzierbarkeit zu gewährleisten? Linguistin Dr. Maria Staudte von der Universität des Saarlandes berichtet über ihre Forschungsergebnisse zu Blickbewegungen bei Sprechern und deren Zuhörern. Der englische Psychologie-Professor Dr. Mark Williams von der Brunel Universität in London beschäftigt sich mit dem Profi-Sport und spricht über das Quiet-Eye-Phänomen, das die finale Fixierung zum Beispiel beim Anvisieren eines Zieles beim Bogenschießen beschreibt.

Organisiert wird der Workshop von den CITEC-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern Dr. Thies Pfeiffer, Dr. Kai Essig, Prof. Dr. Pia Knoeferle, Prof. Dr. Helge Ritter und Prof. Dr. Thomas Schack.

Der erste SAGA-Workshop fand 2013 am CITEC statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Objekte von Maschinen automatisch erkannt werden können, damit die Blickbewegungen effizienter ausgewertet und die Daten schneller verarbeitet werden können.

Die Konferenz wird auf Englisch abgehalten. Für die Teilnahme am vollen Workshop ist eine Registrierung erforderlich. Die Hauptvorträge (Keynotes) sind öffentlich.

Weitere Informationen im Internet:
http://saga.eyemovementresearch.com

Kontakt:
Dr. Thies Pfeiffer, Universität Bielefeld
Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie
Telefon: 0521 106-12373
E-Mail: tpfeiffer@techfak.uni-bielefeld.de