Wie Menschen und Roboter ihr Greifen steuern

Eine Tasse Tee einschenken – kein Problem? Wie kann man gleichzeitig eine schwere Kanne halten und präzise eingießen, ohne etwas zu verschütten? Weltweit untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie Menschen ihre Hände und das Greifen sinnvoll kontrollieren und koordinieren. Dieses Wissen legt die Grundlage für die Entwicklung technischer Greifsysteme – den „Roboterhänden“. Internationale Experten präsentieren dazu neue Erkenntnisse am Montag und Dienstag, 27. und 28. Mai, auf dem Symposium „Manuell Intelligence“ (Manuelle Intelligenz) in der Universität Bielefeld.

Veranstalter der Tagung sind die Forschungsgruppen „Neuroinformatik“ sowie „Neurokognition und Bewegung – Biomechanik“ des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld.

Zentrale Themen des Symposiums sind zum einen kognitive Prozesse, also Gedanken und deren Funktionen – von der Wahrnehmung über das Gedächtnis bis zur Steuerung menschlicher Handlungen. Zum anderen stellen die Referenten aktuelle Forschungsarbeiten zur Steuerung von menschenähnlichen Roboterhänden und zum Greifverhalten technischer Systeme vor. Das Verständnis solcher Prozesse ist für den Exzellenzcluster CITEC von zentraler Bedeutung, um technische Systeme mit menschenähnlichen kognitiven Fähigkeiten auszustatten. Ziel sind Systeme, die reibungslos und sicher mit Menschen zusammenarbeiten können.

Das Symposium „Manual Intelligence“ ist Teil einer Reihe von Tagungen und Workshops an der Universität Bielefeld zu den Themen Bewegungskontrolle von Menschen und Robotern sowie Kognition.

Am Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld arbeiten rund 40 Forschungsgruppen aus Informatik, Biologie, Linguistik, Mathematik, Psychologie und Sportwissenschaft daran, technischen Systemen kognitive Fähigkeiten einzuhauchen. Ihr Credo: Die Maschinen sollen sich auf den Menschen einstellen, nicht umgekehrt. Ihre Vision: Künftige technische Helfer des Menschen sollen ihre Aufgaben möglichst umfassend verstehen, dabei in natürlicher Weise mit Menschen kommunizieren und auch Erwartungen und Emotionen ihres Gegenübers erkennen und für ihr Handeln berücksichtigen können. CITEC wird als Teil der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder für Spitzenforschung an Hochschulen gefördert.

Weitere Informationen im Internet:
http://www.uni-bielefeld.de/sport/arbeitsbereiche/ab_ii/news/news_pdf_ar...

Kontakt:
Dr. Dirk Koester, Universität Bielefeld
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft; Neurokognition & Bewegung - Biomechanik
Telefon: 0521 106-2420
E-Mail: dirk.koester@uni-bielefeld.de