Wie künstliche Systeme lernen

Für die Summer School des Exzellenzclusters CITEC der Universität Bielefeld läuft die Bewerbungsphase noch bis zum 20. Juli

Wie funktioniert das lebenslange Lernen bei Menschen und Tieren? Und wie lässt sich diese Art des kontinuierlichen Lernens auf künstliche Systeme wie Roboter und Avatare übertragen? Darum geht es vom 9. bis 13. September in der vierten Summer School des Exzellenzclusters CITEC der Universität Bielefeld. Titel: „Continuous Learning in Living and Artificial Systems“ (Fortwährendes Lernen in lebendigen und künstlichen Systemen). Die Summer School wendet sich an Nachwuchsforscherinnen und -forscher im PhD- und Masterstudium. Interessierte können sich bis Samstag, 20. Juli, um die Teilnahme bewerben.

Menschen und Tiere verinnerlichen kontinuierlich neues Wissen und passen sich so an die verändernde Umwelt an. Künstliche System hingegen lernen zunächst in einzelnen Etappen, also nicht-kontinuierlich und jeweils für einen begrenzten Zeitraum. Die meisten künstlichen Systeme werden stark vor-trainiert, um mit diesem Wissen auf eine Reihe von vorab festgelegten Situationen zu reagieren. Der Entwickler des Systems entscheidet, wann Lernen beginnt und endet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Summer School befassen sich nun damit, auf welchen Prinzipien kontinuierliches und schrittweises Lernen basiert, damit auch künstliche Systeme von den biologischen lernen und flexibler reagieren können. Die Summer School bringt dafür unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven zusammen – unter anderem aus Biologie, Psychologie, Sprachwissenschaft und Robotik.

Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren zusammen mit den Teilnehmenden der Summer School über ihre Forschungsergebnisse – es referieren CITEC-Experten und Forscher von internationalen Forschungseinrichtungen. Zu den externen Gästen gehören Professor Dr. Michael Beetz von der Universität Bremen, Professorin Barbara Caputo, PhD von der Universität La Sapienza in Rom (Italien), Dr. Pierre-Yves Oudeyer, Forschungsdirektor an der staatlichen französischen Forschungseinrichtung INRIA, Professorin Larissa K. Samuelson, PhD von der University of Iowa (USA) und Professor Dr. Florentin Wörgötter von der Georg-August Universität Göttingen. Referenten vom CITEC sind: Professor Dr. Philipp Cimiano, Professorin Dr. Barbara Hammer, Professor Dr. Helge Ritter, PD Dr. Katharina Rohlfing und Professor Dr. Jochen Steil.

Jeder der fünf Tage der Summer School ist einem Schwerpunkt gewidmet. Am ersten Tag steht im Vordergrund, inwiefern kontinuierliches Lernen an den Körper gebunden ist. Eine Annahme ist, dass die Art und Weise, wie Menschen und Tiere wahrnehmen, von der Beschaffenheit ihrer Sinnesorgane abhängt und ihre Lernfähigkeit beeinflusst. Am zweiten Tag befassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Spracherwerb als fortwährendem Erlernen von Wissen. Der dritte Tag des Workshops stellt wissensbasierte Systeme in den Mittelpunkt – beispielsweise Software-Agenten, die lernen können kognitiv, autonom und adaptiv zu agieren. Am vierten Tag setzen sich die Forscherinnen und Forscher damit auseinander, lebenslanges, kontiuierliches Lernen vom biologischen Vorbild auf künstliche Systeme zu übertragen. Und abschließend geht es darum, Gedächtnismodelle für das „lebenslange“ Lernen von Robotern zu entwickeln. Einige Geheimnisse des Lernens, beispielsweise wie Roboter von biologischen Vorbildern wie den Insekten, die Kontrolle ihrer Gliedmaßen erlernen können, erklären bei der Summer School Professor Wörgötter (Göttingen) und CITEC-Forscher Professor Dr. Volker Dürr.

Bewerbungen für die Teilnahme nimmt Claudia Muhl von der CITEC Graduate School entgegen. Informationen zur Summer School und der Bewerbung finden sich unter https://www.cit-ec.de/summerschool .

Kontakt: Claudia Muhl, Universität Bielefeld
Exzellenzcluster Cognitive Interaction Technology (CITEC)
Telefon: 0521 106-6566
E-Mail: cmuhl@cit-ec.uni-bielefeld.de