Roboter Tobi reist zur Europameisterschaft

Team des Exzellenzclusters CITEC nimmt an RoboCup European Open teil

Jemanden aus dem Schlaf wecken, aufräumen oder wie eine Krankenschwester einen Patienten betreuen: In der Haushaltsliga des Wettbewerbs RoboCup müssen Roboter die unterschiedlichsten Fähigkeiten beherrschen und sich auf spontanes Verhalten von Menschen einstellen. Mit seinem Roboter Tobi tritt ein Team des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) vom morgigen Mittwoch, 30. März, bis Sonntag, 3. April, bei den RoboCup European Open in Eindhoven in den Niederlanden an. Das Team hat im vergangenen Jahr bei der RoboCup-Weltmeisterschaft in China den dritten Platz belegt.  

Für den Wettbewerb muss der Roboter Tobi in der Lage sein, einer Person selbstständig zu folgen. Dazu gehört, dass er – wie hier bei der Weltmeisterschaft in Brasilien – sich eine Person einprägt und auf ihr Zeichen hin wartet, bis er weiterfahren darf. Foto: CITEC/Universität Bielefeld Der Bielefelder Roboter Tobi hat einen fahrbaren Untersatz, einen Greifarm und ist mit Tiefensensoren, Farbkameras und zwei Laserscannern ausgestattet, mit denen er seine Umgebung wahrnimmt. Dem Haushaltsroboter liegt der Prototyp Biron zugrunde. Biron steht für Bielefeld Robot Companion. Das Team besteht in diesem Jahr aus zwölf Studierenden der Technischen Fakultät und den drei CITEC-Wissenschaftlern PD Dr. Sven Wachsmuth, Sebastian Meyer zu Borgsen und Timo Korthals. In einem Seminar haben die Studierenden den Roboter auf die Teilnahme am Wettbewerb vorbereitet: Sie haben neue Programme für seine Software geschrieben und seine Technik erneuert.

Neun Disziplinen muss ein Roboter in diesem Jahr durchlaufen, um es in der Haushaltsliga (RoboCup@Home) ins  Finale zu schaffen. Die Disziplinen tragen Namen wie Restaurant, Person Recognition (Personenerkennung), Following and Guiding (Folgen und den Weg weisen) sowie Navigation. In vielen Fällen geht es darum, Roboter als Assistenten für ältere Menschen fit zu machen.  

In der Disziplin Restaurant muss der Roboter beispielsweise die Bestellung eines Gastes aufnehmen und ihm das gewünschte Getränk bringen. Dabei muss er auch auf Störungen reagieren – etwa wenn eine Person plötzlich durch seinen Fahrweg läuft. Unter anderem für diese Aufgabe setzt das Bielefelder Team zusätzlich zwei Mini-Roboter namens Amiro ein. Sie assistieren Tobi als bewegliche Sensoren und zeigen ihm an, wo er das bestellte Getränk findet. Für die Aufgabe Navigation muss der Roboter sich in ein Apartment begeben, dort mehrere Stationen aufsuchen und die Wohnung wieder verlassen. Dabei muss er eine Reihe von Hindernissen umfahren.

Der Serviceroboter Tobi unterstützt im Haushalt. Dafür beherrscht er Gesichtserkennung und merkt sich seinen Arbeitsplatz als virtuelle Landkarte. 2015 hat Tobi es auf einen dritten Platz bei der RoboCup-Weltmeisterschaft in China geschafft. Foto: CITEC/Universität Bielefeld Ziel des RoboCup-Wettbewerbs ist es, die Entwicklung von erschwinglichen und zuverlässigen autonomen Robotern zu beschleunigen. So lassen sich Anwendungen aus der Haushaltsliga nutzen, um Service-Roboter für den Hausgebrauch zu entwickeln. Die Besonderheit: Die Teams veröffentlichen nach dem Wettbewerb, wie sie ihre Roboter programmiert haben, so dass auch andere von diesen Fortschritten profitieren können. Der Wettbewerb teilt sich in fünf Hauptligen auf. Neben der Haushaltsliga kämpfen auch Mannschaften in der Fußball-, der Logistik-, der Menschenrettungs- und in der Arbeitsliga um den Meistertitel.

Auf seinem Twitter-Kanal informiert das Team aus Bielefeld über den Verlauf des Wettbewerbs: https://twitter.com/clf_citec.

Wenige Wochen nach dem Wettbewerb in Eindhoven fahren die Bielefelder zur RoboCup-Weltmeisterschaft nach Leipzig. Dort stellen sie sich vom 30. Juni bis zum 4. Juli der weltweiten Konkurrenz.

 

Weitere Informationen im Internet:

Kontakt:
PD Dr. Sven Wachsmuth, Universität Bielefeld
Zentrallabor des Exzellenzclusters CITEC
Telefon: 0521 106-2937
E-Mail: swachsmu@techfak.uni-bielefeld.de

Sebastian Meyer zu Borgsen
Zentrallabor des Exzellenzclusters CITEC
Telefon: 0521 106-2950
E-Mail: semeyerz@techfak.uni-bielefeld.de