Klimawandel für die Ohren

Kunstinstallation „Klima | Anlage“ in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Deutschlandradio Kultur

Über den Klimawandel wird viel diskutiert. Eine Gruppe aus Forschern und Künstlern hat jetzt den Klimawandel durch eine Klanginstallation hörbar gemacht. In der Installation werden wesentliche Aspekte des Klimawandels aufgegriffen und mittels Sonifikation, also durch verschiedene Klänge hörbar gemacht. Deutschlandradio Kultur sendet in der Nacht von Donnerstag, 24. September, auf Freitag, 25 September, um 0:05 Uhr die Klanginstallation. Die ausgestellte Installation „Klima | Anlage“ ist noch bis Freitag in der Glashalle im Berliner Funkhaus zu sehen und hören.

Dr. Katharina Vogt und Dr. Thomas Hermann (v.l.) sind wissenschaftliche Berater der Reihe Sonarisation. Foto: Deutschlandfunk Am 17. September fand die Vernissage des Klangkunstwerkes „Klima | Anlage“ beim Deutschlandradio Kultur in Berlin statt. „Die Faszination besteht darin, hoch komplexe Prozesse über die Ohren zu erfahren. Unser Gehör nimmt Informationen anders auf als die Augen. Wir können Muster entdecken, die dem Auge möglicherweise verborgen bleiben. Zudem integriert das Gehör die ganze Klangumgebung, während das Auge nur sehen kann, worauf es schaut“, sagt Dr. Thomas Hermann, Leiter der CITEC-Forschungsgruppe Ambient Intelligence, zusammen mit Dr. Katharina Vogt wissenschaftlicher Berater der Reihe Sonarisationen von Deutschland Radio Kultur und Sonifikationsexperte im Team des Projekts Klima | Anlage. „In der Installation wurden die verschiedenen klimatischen Daten durch unterschiedliche Geräusche sonifiziert, d.h. verklanglicht. So wurde zum Beispiel die Temperatur mit verschiedenen Donnerblechen und der Niederschlag mit unterschiedlichen Tropfobjekten dargestellt.“, führt Hermann weiter aus.

Tropfobjekt zur klanglichen Darstellung von Niederschlag. Foto: CITEC Das Team verwendete Daten des Max-Planck-Instituts für Klimaforschung Hamburg und des Wegener Zentrums für Klima und globalen Wandel Graz. Der Zeitraum von den Jahren 1860 bis 2100 lässt sich für insgesamt 12 Regionen auf der ganzen Welt durchspielen. Ein Jahr in der Wirklichkeit entspricht dabei sechs Sekunden in der Installation. Der Wechsel der Jahreszeiten ist als rascher Puls zu hören, die klimatischen Veränderungen als langsame Entwicklung.

Für das Klangkunstwerk „Klima | Anlage“ arbeitete Werner Cee, Klangkünstler und Komponist, mit den Sonifikationsforschern Katharina Vogt, Thomas Hermann und Hanns Holger Rutz zusammen. Werner Cee erhielt 2010 für sein Klangprojekt „Winterreise“, basierend auf Schuberts gleichnamigen Werk, den Prix Italia. Dr. Katharina Vogt und Dr. Hanns Holger Rutz arbeiten am Institut für elektronische Musik und Akustik (IEM) der Kunst-Universität Graz zu den Schwerpunkten Sonifikation unter anderem im Bereich Klimawissenschaften. Für die Dramaturgie war Marcus Gammel vom Deutschlandradio Kultur zuständig. Programmiert und konstruiert wurde das Objekt von Sukandar Kartadinata. Das Interface- und Webdesign übernahm Valdis Wish vom Bureau for Digital Good. Unterstützt wurde das Team von Esther Schelander.

Die Reihe Sonarisationen ist eine Gemeinschaftsproduktion von Deutschlandradio Kultur und dem Exzellenzcluster Kognitive Interaktiontechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld. Konzipiert wurde die Reihe von Dr. Thomas Hermann, Dr. Katharina Vogt und Werner Cee. Programmiert wurde sie von Dr. Hanns Holger Rutz und Sukandar Kartadinata.

Weitere Informationen im Internet:
http://klima-anlage.org/
http://www.deutschlandradiokultur.de/klangminiaturen-klima-anlage.1387.de.html?dram:article_id=329999

Kontakt:
Dr. Thomas Hermann, Leiter der Forschungsgruppe Ambient Intelligence
Telefon: 0521 106 12140
E-Mail: thermann@techfak.uni-bielefeld.de