Geschlecht von Robotern beeinflusst Lernerfolg

CITEC auf internationaler Konferenz HRI vertreten

CITEC-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben auf der Konferenz „Human-Robot Interaction“ (HRI) in Wien vom 6. bis 9. März ihre Ergebnisse einem internationalen Fachpublikum vorgestellt. Die Themen der HRI wechseln jährlich. Thema der mittlerweile zwölften HRI-Konferenz in Österreich ist 2017 „Smart Interaction“.

Im Projekt L2Tor hilft der humanoide Roboter Nao Kindern beim Erlernen einer Fremdsprache. Foto: CITEC/Universität BielefeldWie kann ein Roboter Kindern helfen eine Sprache zu erlernen? Mit dieser Frage beschäftigen sich Thorsten Schodde, Dr. Kirsten Bergmann und Professor Dr. Stefan Kopp in ihrem Textbeitrag. Während der Konferenz stellen sie ihre Ergebnisse vor und berichten aus dem Projekt L2Tor. In dem Projekt untersuchen die Forschenden, wie Kinder spielerisch eine Sprache erlernen, indem sie der humanoide Roboter Nao unterstützt.

Ob bei der Interaktion mit einem Roboter das Geschlecht des Roboters eine Rolle spielt, untersuchen Natalia Reich-Stiebert und Professorin Dr. Friederike Eyssel in ihrem Text. Reich-Stiebert berichtete auf der Konferenz über ihre Ergebnisse zu Gender-Vorurteilen, die das Lernen mit einem Roboter beeinflussen können. Bisher sind Roboter weitgehend geschlechtslos. In ihrem Vortrag überlegt Reich-Stiebert aber, inwiefern es in Zukunft sinnvoll wäre, die Roboter eindeutig einem Geschlecht zugehörig zu gestalten. Die Forscherinnen haben festgestellt: Die Probandinnen und Probanden hatten in Zukunft mehr Interesse mit einem Roboter zu lernen, wenn ein weiblich aussehender Roboter typisch männliche Aufgaben erklärt und ein männlich aussehender typisch weibliche Aufgaben.

Ein weiterer Themen-Schwerpunkt lag auf persönlichen Faktoren in der Mensch-Roboter Interaktion. Hier haben Raphaela Gehle, Timo Dankert und Dr. Sebastian Wrede gemeinsam mit Professorin Dr. Karola Pitsch (Universität Duiburg-Essen) einen Text über robotergeführte Museumstouren berichtet. Sie stellten ihre Untersuchung über das Verhalten der Besucher vor, die einerseits in erster Linie an der Ausstellung interessiert sind und die andererseits bereitwillig mit dem Roboter interagieren.

Auf der HRI-Konferenz kommen Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammen, um ihre Forschungsthemen vorzustellen. Dabei diskutieren sie aktuelle Theorien, technologische Fortschritte und den Stand der Technik in Mensch-Roboter Interaktionen. Die Konferenz berücksichtigt Veröffentlichungen rund um die Mensch-Roboter-Interaktion unter anderem mit den Schwerpunkten Methodik, Konstruktion, Design, Verhalten, Theorie und Anwendung.

2014 war die neunte Konferenz im CITEC-Gebäude zu Gast. Veranstalter der Konferenz sind die Verbände Association for Computing Machinery (ACM) und IEEE Computer Society, beide mit Sitz in New York (USA). Die ACM wurde 1947 als erste wissenschaftliche Gesellschaft für Informatik gegründet. Die IEEE Computer Society vertritt die Interessen von Fachkräften und Wissenschaftlern in Informatik und Informationstechnik. Sie ist Teil eines weltweiten Berufsverbands von Ingenieuren.

Weitere Informationen im Internet:

http://humanrobotinteraction.org/2017/