Flobi zeigt sein Können auf Roboterkonferenz ICRA in Karlsruhe

Der Exzellenzcluster CITEC der Universität Bielefeld hat sich auf der Roboterkonferenz ICRA in Karlsruhe mit seinem Roboterkopf Flobi präsentiert – er trat beim Memory-Spielen gegen Teilnehmer der Tagung an. Rund 70 Aussteller zeigten im Kongresszentrum Karlsruhe ihre Entwicklungen. Zeitgleich diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Konferenz über das Thema „Anthropomatik - Technologien für Menschen“.

Rund 2.000 Forscher und Industrie-Vertreter kamen vom 6. bis 10. Mai auf der ICRA (International Conference on Robotics and Automation) zusammen – darunter auch rund ein Dutzend Wissenschaftler des Bielefelder Exzellenzclusters CITEC. Auf der Messe zur Konferenz zeigten CITEC-Wissenschaftler den Roboterkopf Flobi, der an dem Exzellenzcluster entwickelt wurde. Sie beteiligten sich am Gemeinschaftsstand der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Flobi reagiert mimisch auf sein Gegenüber, indem er Augen, Brauen, Lider und Lippen bewegt. Das wird beim Memory-Spielen besonders deutlich: Deckt Flobi zwei zusammengehörige Kärtchen auf, bewegen sich seine Lippen zu einem Lächeln. Bei Misserfolg verzieht Flobi traurig sein Gesicht. Seit Kurzem ist Flobi auch in der Lage, die Stimme seines Gegenübers im Raum zu orten und dessen Gesicht visuell auszuwerten. Überdies kann der Roboter mit verschiedenen Eigenschaften ausgestattet werden. Möglich wird dies durch magnetisch austauschbare Bauteile: Verschiedenfarbige Haarteile zum Beispiel lassen ihn je nach Bedarf weiblich oder männlich aussehen. Besonders am „Citizens Day“ zum Abschluss der Konferenz sammelten sich zahlreiche Besucher, vor allem Kinder, um den Roboterkopf. Hinter der Forschung mit Flobi stehen die Fragen: Was ist erforderlich für eine intuitive Mensch-Roboter-Interaktion? Und was ist nötig, damit Roboter als Kommunikationspartner von Menschen akzeptiert werden?

Zusätzlich zu dem Roboterkopf stellten die CITEC-Wissenschaftler einen Taktil-Sensor aus, der in der Lage ist Berührungen zu erfassen. Die Tastsensoren verbinden eine hohe Empfindlichkeit mit sehr kurzen Reaktionszeiten. Ein Roboter, der mit den Sensoren ausgestattet ist, registriert frühzeitig, dass ein Kontakt eintritt, und fühlt, ob er ein Objekt zuverlässig hält oder es ihm zu entgleiten droht.

Außerdem präsentierten die CITEC-Forscher ein Verfahren zur 3D-Szenenanalyse. Ein technisches System ist damit fähig, beliebig gestapelte Gegenstände nicht als ein einzelnes Objekt zu erfassen, sondern als Einzelobjekte. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn ein Roboter Lebensmittelverpackungen von einem Platz zu einem anderen transportieren soll. Würde er gestapelte Verpackungen lediglich als ein einzelnes Objekt erfassen, ist die Gefahr groß, dass er sie falsch greift und beschädigt. Das neue System beugt dem vor.

Die ICRA gilt weltweit als eine der wichtigsten Veranstaltungen in der Robotik. Ausrichter ist die IEEE Robotics and Automation Society, die wiederum zum Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) gehört, einem internationalen Berufsverband von Ingenieuren aus der Elektro- und Informationstechnik.