Experten stellen KogniHome in neuem Video vor

Videobeitrag über die mitdenkende Wohnung auch in Bethel-Ausstellung zu sehen

Wie wird die Technik 2024 aussehen? Ein Videobeitrag zeigt die mitdenkende Wohnung KogniHome als Ausblick in die Zukunft. Der Film wird bei der Ausstellung „Technik macht das Leben leichter“ in der Historischen Sammlung Bethel  gezeigt. Anlässlich des 120-jährigen Bestehens der Gebäudetechnik Bethel zeigt die Ausstellung den vergangenen und mit KogniHome auch den zukünftigen Einsatz von Technik in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen. Die Ausstellung war auch während der Bielefelder Nachtansichten am 30. April geöffnet, während der Interessierte Museen und Galerien bis spät in die Nacht besuchen können.

Professor Dr. Helge Ritter erläutert in dem Videobeitrag die Funktionen der mitdenkenden Wohnung KogniHome. Foto: Universität Bielefeld/CITEC„Wir wollen, dass die Wohnung nicht nach starren Mustern Unterstützungs- und Assistier-Funktionen anbietet“, sagt Professor Dr. Helge Ritter, Sprecher des Innovationsclusters KogniHome, „vielmehr wollen wir, dass sie sich auf die Bewohner individuell einstellt, dass sie auch über Wahrnehmungsfunktionen verfügt und weiß, wer vor ihr steht, so kann sie individuell für die Kinder und Erwachsenen des Hauses zielgenaue Vorschläge und Funktionen anbieten.“ Dazu entwickeln die 14 KogniHome-Partner eine intelligente Küchenzeile, einen mitdenkenden Eingangsbereich und einen persönlichen Gesundheitstrainer.

„Jeder Mensch, also auch Menschen mit Behinderung, soll frei wählen können wo und mit wem er wohnt“, sagt Professor Dr. Günther Wienberg, Geschäftsführer in der Teilanstalt Bethel. „Menschen mit Behinderung oder auch Seniorinnen und Senioren, wollen mehrheitlich in der eigenen Wohnung leben, so lange wie irgend möglich.“ Diesen Wunsch kann ihnen die KogniHome-Technologie ermöglichen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von CITEC sind Experten auf dem Gebiet der Assistenztechnologie. „Die Wohnung muss ein Spektrum vereinen von Kenntnis über ihre Bewohner, über Vernetzung, über technische Infrastruktur bis hin zu Fähigkeiten wie Sicherheitsfunktionen und Vorausdenken“, stellt Ritter fest. „Und all das ist nur zu schaffen, wenn man viele Partner hat, die in diesen einzelnen Bereichen eine ausgewiesene Kompetenz haben.“ Die 14 Partner aus Wissenschaft, Industrie sowie Sozial- und Gesundheitswesen, stammen alle aus Ostwestfalen-Lippe.

Die Besonderheit am Innovationsclsuter KogniHome: Bereits während die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch entwickeln, befragen sie immer wieder verschiedene Testpersonen. So erhalten sie von potenziellen KogniHome-Bewohnern Rückmeldungen zu Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit und sozialer Teilhabe. Darüber hinaus beschäftigen sich die Partner in Kognihome mit ethischen, rechtlichen, sozialen und sicherheitstechnischen Aspekten. „Wie sicher sind eigentlich diese Systeme? Was passiert, wenn sie nicht funktionieren? Wer ist dann eigentlich haftbar zu machen? Eine andere Frage ist: Wie steht es eigentlich mit dem Datenschutz; fördern diese Technologien wirklich die Lebensqualität der Nutzerinnen und Nutzer oder führen sie am Ende nur zu Kostensenkungen oder zu technischen Optimierungen?“, fragt Günther Wienberg. Gemeinsam klärt das KogniHome-Konsortium solche Fragen im KogniHome Projekt ELSI. ELSI steht für Ethical, Legal, Social and Safety Implications (ethische, rechtliche, soziale und sicherheitstechnische Aspekte).

Der Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel kooperieren seit 2011 als strategische Partner. Gemeinsam forschen sie an Assistenzsystemen insbesondere für Seniorinnen, Senioren und Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Seit 2008 haben sie zehn Projekte ins Leben gerufen: Ein virtueller Assistent hilft beispielsweise im Alltag. Und eine Datenbrille unterstützt bei alltäglichen Tätigkeiten wie Backen oder Kaffeekochen.

In ihrer strategischen Partnerschaft nehmen CITEC und Bethel Zielgruppen in den Blick, die von der Industrie oftmals vernachlässigt werden. Dabei geht es ihnen um bezahlbare technische Lösungen. Gemeinsam arbeiten CITEC und Bethel daran, die Chancen der Technik zu nutzen und frühzeitig Lösungen für mögliche Schwierigkeiten beim Einsatz der Technik zu finden. Grundsätzlich gilt: Technische Hilfen sollen die Kommunikation und den zwischenmenschlichen Kontakt nicht ersetzen, sondern fördern.

Die Ausstellung „Technik macht das Leben leichter. Zur Rolle der Technik in der Geschichte Bethels“ zeigt die verschiedenen Erfindungen, die der Bethel-Leiter Friedrich v. Bodelschwingh bereits sehr früh nach Bethel holte. Der technikbegeisterte v. Bodelschwingh sorgte Ende des 19. Jahrhunderts dafür, dass alle technischen Neuerungen in Bethel zum Einsatz kamen. Die Elektrische Zentrale, der Vorläufer der Gebäudetechnik Bethel, produzierte mit Dampfmaschinen Strom und Dampf für Bethel und den Verkauf an externe Unternehmen. Das Telefon verbesserte schon Ende des 19. Jahrhunderts die interne Kommunikation, elektrisches Licht sorgte für die Beleuchtung der Häuser, das Auto verbesserte um 1910 das Transportwesen und Grammophone unterhielten die Bewohner.

Zugleich können Besucherinnen und Besucher der Ausstellung v. Bodelschwingh als Konstrukteur von Luftschiffen kennenlernen oder Bethel als Großproduzent von Ziegeln. Alte Haushaltsgeräte und andere historische Geräte zeigen, mit welchen technischen Hilfsmitteln nicht nur die Menschen in Bethel ihren Alltag erleichtern wollten. Interessierte können auch verschiedene Geräte ausprobieren.

Die Ausstellung ist zu sehen  in der Historischen Sammlung Bethel, Kantensiek 9, in 33617 Bielefeld.

Weitere Informationen im Internet: KogniHome – die mitdenkende Wohnung. CITEC und v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel engagieren sich mit 12 regionalen Partnern für selbstbestimmtes Leben.

Kontakt:
Prof. Dr. Helge Ritter, Universität Bielefeld
Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC)
Telefon: 0521 106-12123
E-Mail: helge@techfak.uni-bielefeld.de

Bärbel Bitter, Historische Sammlung Bethel
v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
Kantensiek 9, 33617 Bielefeld
Telefon 0521 144 - 2024
E-Mail: historische-sammlung@bethel.de

Öffnungszeiten Ausstellung in Bethel:

17.04. bis 29.05.2016
Sonntag bis Donnerstag 15 bis 18 Uhr

31.05. bis 22.09.2016
Dienstag bis Donnerstag 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung