Durch Technik kommunizieren trotz Bewusstseinsstörung

Internationaler Workshop am CITEC befasst sich mit Gehirn-Computer-Schnittstellen für Menschen mit schweren Bewusstseinsstörungen


Können Gehirn-Computer-Schnittstellen Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen, beispielsweise Wachkoma-Patienten, dabei helfen zu kommunizieren? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler während des internationalen Workshops „Establishing communication with low responsive patients - perspectives for cognitive interaction technology“. Der Workshop findet vom 3. bis zum 5. September 2015 im CITEC-Gebäude der Universität Bielefeld statt. Gastgeber sind Professor Dr. Helge Ritter, Koordinator des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) und Professorin Dr. Johanna Kißler, Leiterin der Forschungsgruppe Affektive Neuropsychologie.


„Das Ziel des Workshops ist es, Forscher und Fachleute der beiden Felder ‚schwerste Bewusstseinsstörungen‘ sowie ‚Gehirn-Maschine-Schnittstellen‘ zusammen zu bringen, um den Austausch zwischen beiden Forschungsfeldern zu fördern“, sagt Johanna Kißler. „Von einer verstärkten Zusammenarbeit erwarten wir sowohl Fortschritte für die Neurorehabilitation und möglicherweise die Etablierung einer Kommunikationsmethode für Patienten mit schwersten Bewusstseinsstörungen.“


Die internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen in diesem Workshop gemeinsam die Möglichkeiten der neuesten Entwicklungen im Feld der Gehirn-Computer-Schnittstellen ausleuchten. Im Fokus stehen dabei die Fragen: Ist diese Technologie geeignet, um jene Phasen bei Patienten zu erkennen, in denen sie ‚Bewusstseins-Nah‘ oder bei Bewusstsein sind? Kann diese Technik helfen, die Häufigkeit dieser Phasen zu fördern, sie zu verlängern und den Patienten eine Kommunikation mit anderen ermöglichen?


In erster Linie wollen die Teilnehmer herausfinden, inwieweit die derzeitige technische Entwicklung geeignet ist, die Rehabilitation und Kommunikation von Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen zu fördern. Neben dem Austausch und der Darstellung von wissenschaftlichen Entwicklungen, wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler außerdem ein öffentliches und wissenschaftliches Interesse an Bewusstseinsstörungen wecken und fördern.


Neben dem Workshop im September wollen die Wissenschaftler außerdem eine Spezialausgabe der renommierten Fachzeitschrift Frontiers zu dem Thema herausgeben.

Kontakt:
Professorin Dr. Johanna Kißler, Universität Bielefeld
Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC)
Leiterin der Forschungsgruppe Affektive Neuropsychologie
Telefon: 0521 106-4433
E-Mail: johanna.kissler@uni-bielefeld.de

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