Die einmalige Fähigkeit, sich anzupassen

CITEC Summer School: Nachwuchsforschende können sich ab sofort bewerben

Menschen haben Maschinen besonders eine Eigenschaft voraus: Sie sind von sich aus fähig, sich flexibel wechselnden Umständen anzupassen. Wenn sie einen Gegenstand fassen wollen, wählen sie die passende Greifbewegung. Wenn sie mit einem schwerhörigen Menschen sprechen, reden sie deutlicher und langsamer als mit anderen Personen. Die menschliche Anpassungsfähigkeit geht weit über Bewegung und Interaktion hinaus. Welche Mechanismen dahinter liegen und wie sich die Flexibilität von Menschen wie auch Tieren auf technische Systeme übertragen lässt – darum geht es auf der fünften CITEC Summer School  vom 27. bis 30. September im CITEC-Gebäude auf dem Bielefelder Campus Nord. Die Tagung wendet sich speziell an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Sie sind eingeladen, sich ab sofort für die Teilnahme zu bewerben.  

Egal ob Mustererkennung oder Sprache: Roboter und andere Maschinen können vom Menschen lernen, wie sie sich flexibel an Situationen anpassen. Mit dem Thema Anpassungsfähigkeit befasst sich die fünfte CITEC Summer School. Foto: CITEC/Universität BielefeldVier internationale Expertinnen und Experten stimmen mit ihren Hauptvorträgen auf die Themenblöcke der Sommerakadmie ein. Einer der Redner ist der Physiologe Professor Dr. Andrew B. Schwarz von der University of Pittsburgh (Pennsylvania, USA). Er erforscht die Grundlagen für Prothesen, die vom Gehirn gesteuert werden. Er referiert im Themenblock „Adaptive Motion“ (Flexible Bewegung). In dem Workshop geht es um die Untersuchung natürlicher Bewegungen von Menschen und Tieren. Dafür werden zum Beispiel Systeme genutzt, die Bewegungen mit Infrarotlicht messen, das von auf der Haut aufgeklebten Reflektoren (Markern) zurückgeworfen wird.

Der Informatiker Professor Dr. Christian Igel von der Universität Kopenhagen (Dänemark) befasst sich unter anderem mit maschinellem Lernen und künstlichen neuronalen Netzwerken. Er hält den Vortrag zum Forschungsfeld „Deep Approaches to Relevance Learning“ (Ansätze zu Bedeutungslernen). Der Workshop widmet sich zum Beispiel der Frage, wie Maschinen die Vielzahl an Sensordaten, die sie etwa per Kamera, Radar oder Mikrofon erfassen, auswerten. Abhängig von der Situation sind bestimmte Daten mitunter wichtiger als andere. Doch wie sollen Maschinen die unterschiedliche Bedeutung erfassen?

Die Linguistin Professorin Dr. Kerstin Fischer von der Süddänischen Universität forscht dazu, wie Menschen und Roboter (körper-)sprachlich miteinander kommunizieren können. Sie leitet zum Workshop „Multimodal Learning and Social Interaction“ (Multimodales Lernen und soziale Interaktion) über. In dem Themenblock geht es unter anderem darum, welche Signale – etwa via Mimik, Gestik oder Betonung – beitragen, die Interaktion zwischen Menschen sowie zwischen Menschen und Maschinen reibungslos zu machen.

Wie lassen sich Nervenzellen als Vorbild nutzen,  um effiziente Elektrochips zu entwickeln? Mit dieser Frage befasst sich der Ingenieur Professor Dr. Ralph Etienne-Cummings von der Johns Hopkins University (Baltimore, USA). Er hält den Vortrag zum Workshop „Embodiment and Neuromorphic Learning Systems“ (Verkörperung und nervenartige Lernsysteme). In dem Themenblock diskutieren die Forscherinnen und Forscher zum Beispiel, wie sie das menschliche Gehirn als Vorbild für den Bau von Computern nutzen können. Bislang ist das Gehirn Computern überlegen, wenn es etwa um die Erkennung von Mustern geht.

40 Nachwuchsforscherinnen und -forscher, die an der CITEC Summer School teilnehmen wollen, können sich bis zum 29. Juli online bewerben. Dazu eingeladen sind junge Wissenschaftler aus experimentellen und technischen Disziplinen wie Biologie, Psychologie, Lingusitik, Robotik und Informatik. Sie erhalten auf der Tagung Gelegenheit, neue Techniken und Methoden zu erproben und sich mit führenden Forscherinnen und Forschern aus dem Feld der Kognitionstechnologie auszutauschen.

2010 startete CITEC mit der ersten Summer School, in der es um die Bewegungssteuerung durch das Gehirn ging. Es folgten weitere Sommerakademien zu den Themen Aufmerksamkeitsmechanismen (2011), verbale und non-verbale Interaktion (2012) und Lebenslanges Lernen (2013). 

Professor Dr. Thomas Schack ist Leiter der CITEC-Graduiertenschule und hat mit seinem Team das Programm der neuen Summer School gestaltet. „Die CITEC Summer School holt regelmäßig international hochkarätige Experten zu uns nach Bielefeld“, sagt Schack. „Gleichzeitig ermöglicht sie den Nachwuchsforscherinnen und -forschern, mit diesen Experten an sehr konkreten Fragen zu arbeiten und sich wichtige Kontakte – zum Beispiel für künftige Forschungsaufenthalte – aufzubauen. Für viele Forscher ist und war die Summer School ein eindrucksvolles Erlebnis und richtungsweisend für ihre wissenschaftliche Karriere.“

Tagungszeiten: 

  • Dienstag bis Freitag, 27. bis 30. September, jeweils ganztägig
  • Öffentliche Vorträge in englischer Sprache von Dienstag bis Freitag, 27. Bis 30. September, jeweils 9 bis 11 Uhr

Weitere Informationen im Internet: 

  • Übersicht zur CITEC Summer School: https://www.cit-ec.de/en/graduate-school/summerschool

Kontakt bei inhaltlichen Fragen:
Prof. Dr. Thomas Schack, Universität Bielefeld 
Leiter der Graduiertenschule des Exzellenzclusters CITEC
Telefon: 0521 106-5127
E-Mail: thomas.schack@uni-bielefeld.de

Kontakt bei organisatorischen Fragen:
Claudia Muhl, Universität Bielefeld 
Managerin der Graduiertenschule des Exzellenzclusters CITEC
Telefon: 0521 106-6566
E-Mail: cmuhl@cit-ec.uni-bielefeld.de