CITEC-Forscher treten für öffentliche Wissenschaft via Internet ein

Exzellenzcluster der Universität Bielefeld veröffentlicht "Open Science Manifest"

Mit einer Erklärung bekennen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters CITEC der Universität Bielefeld zu öffentlicher Wissenschaft im Internet. Sie kündigen an, verstärkt den freien Zugang zu eigenen Forschungsartikeln und -daten zu ermöglichen. Die Erklärung der Wissenschaftler trägt den Titel "Open Science Manifest". Ziel dieser offenen Wissenschaft ist es, die Daten und Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung kostenlos per Internet zu verbreiten.

"Forschungsergebnisse, die vom Steuerzahler finanziert wurden, sollen der Öffentlichkeit und anderen Wissenschaftlern kostenfrei zur Verfügung stehen, um einen optimalen Nutzen für die Gesellschaft zu erzielen", erklärt Philipp Cimiano, Informatik-Professor am CITEC und einer der Initiatoren des Manifests. Mit dem Manifest heben die CITEC-Forscher die Bedeutung von "Open Access" hervor. Dahinter steckt die Idee eines offenen, freien Zugangs zu wissenschaftlicher Literatur im Internet. Die Forscherinnen und Forscher am CITEC sorgen dafür, dass ihre Forschungsartikel kostenlos und ohne Barrieren abgerufen werden können. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler auch ihre Forschungsdaten zugänglich machen. Dies kann von Messdaten und statistischen Daten über Software bis hin zu Konstruktionsplänen von Hardware reichen. Ein Beispiel sind die "Greifdaten" der Bielefelder Forscher: Mit Bewegungserfassung (Motion Tracking) haben sie aufgezeichnet, auf welche verschiedenen Arten Menschen nach Gegenständen greifen. Mithilfe der Greifdaten lässt sich etwa vergleichen, wie effizient eine Roboterhand Greifaufgaben ausführt. Mit ihnen lassen sich auch Roboterhände programmieren. »Diese Daten sind aufwändig gewonnen und daher wertvoll. Andere Wissenschaftler können sie für ihre eigenen Forschungsfragen verwenden, ohne dafür denselben Aufwand erneut betreiben zu müssen«, erläutert Philipp Cimano.

Zusätzlich zur effizienten Nutzung von Fördergeldern erhoffen sich die Wissenschaftler auch neue Impulse für die Forschung: "Das Internet hat der Wissenschaft neue Wege der Zusammenarbeit ermöglicht, die es erlauben, fachübergreifende Herausforderungen wie die Entwicklung intelligenter Roboter zu bewältigen", sagt Thilo Paul-Stueve, einer der Autoren des Manifests. Die CITEC-Forscher haben daher eine Website eingerichtet, auf der sie in Projekten zusammenarbeiten und fortlaufend über den aktuellen Stand ihrer Arbeit informieren. Auf dieser Website openresearch.cit-ec.de veröffentlichen die Wissenschaftler auch Computerprogramme und Messdaten, die von externen Forschern analysiert und weiterentwickelt werden können. "Wissenschaft lebt davon, dass wissenschaftliche Ergebnisse jederzeit überprüfbar sind. Open Science ist die konsequente Fortentwicklung dieses grundlegenden wissenschaftlichen Prinzips", sagt Cord Wiljes, ein weiterer Autor des Manifests und am CITEC zuständig für das Forschungsmanagement. Von der Veröffentlichung ihrer Forschungsdaten versprechen sich die CITEC-Forscher eine Signalwirkung, die andere Wissenschaftler ebenfalls zu mehr Transparenz im Umgang mit ihrer eigenen Forschung ermutigen soll.

Die Universität Bielefeld unterstützt den Open-Science-Ansatz seit einigen Jahren. Bereits 2005 hatte die Hochschule in einer vom Rektorat verabschiedeten Resolution offiziell die Unterstützung von „Open Access“ beschlossen. Inzwischen sind bereits mehr als 5.000 Forschungsartikel und 1.300 Doktorabeiten kostenlos über das Publikationsmanagementsystem PUB (Publikationen an der Universität Bielefeld) abrufbar. Weitere Informationen:

Kontakt: Prof. Dr. Philipp Cimiano, Universität Bielefeld
Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC)
Telefon: 0521 106-12249
E-Mail: cimiano@cit-ec.uni-bielefeld.de