Rekonstruktion des Gesichtsschädels auf Basis einer Fernröntgenseitenaufnahme und eines Gesichtsscans

Lecture
Datum: 
02. Mai 2016
Beginn: 
14:15
Ende: 
15:30
Raum: 
CITEC building, room 1.015

Abstract:

Röntgenaufnahmen erlauben einen Blick auf die innere Struktur von Objekten. Eine einzelne herkömmliche zweidimensionale Röntgenaufnahme ermöglicht dabei in jedem Bildpunkt lediglich Rückschlüsse über die Gesamtdichte des Objekts entlang eines Röntgenprojektionsstrahls. Soll die innere 3D Struktur eines Objekts aufgelöst werden, sind mehrere Röntgenaufnahmen des Objekts aus unterschiedlichen Richtungen erforderlich. 

Bei der vor allem in der HNO-Heilkunde eingesetzten Kegelstrahl Computertomographie (cone beam CT) werden zahlreiche herkömmliche zweidimensionale Röntgenprojektionsaufnahmen entlang einer Kreisbahn um den zu untersuchenden Bereich herum angefertigt, was mit einer nicht unerheblichen Strahlenbelastung für den Patienten einhergeht. Zwar lassen sich mit algebraischen Rekonstruktionsverfahren hochwertige 3D-Rekonstruktionen schon aus deutlich weniger Röntgenprojektionen (und damit mit geringerer Strahlenbelastung) gewinnen als mit den klassischen direkten Inversionsverfahren, dennoch geht die Bildgebung auch hier immer noch mit einer nicht unerheblichen effektiven Dosis für den Patienten einher. 

Im Rahmen des Vortrags wird eine Strategie vorgestellt, um auf Basis nur noch einer einzigen zweidimensionalen Röntgenprojektionsaufnahme, in Kombination mit einem Oberflächenscan des Gesichts und Kenntnis der Verteilung der Hautdicke über dem Schädel, eine 3D-Rekonstruktion desselben zu erstellen. Das Ziel ist es hierbei diagnostisch suffiziente 3D-Rekonstruktionen des Gesichtsschädels zu erstellen, bei im Vergleich zum cone beam CT deutlich geringerer Strahlenbelastung für die Patienten.