Language and Space

Lecture
Datum: 
11. Mai 2010
Beginn: 
16:00
Ende: 
18:00
Raum: 
Q2-101

The talk will be held in German language.

 

Sprache und Raum. Bemerkungen am Beispiel der Kommunikation unter Anwesenden.

Es ist nicht zu übersehen, dass die linguistische Gesprächsforschung der Zeitlichkeit der Interaktion, also der Organisation von Nacheinander und Reihenfolge, viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt hat als der Räumlichkeit der Interaktion, also der Organisation der Verortung und Platzierung Anwesender im Raum. Für Zeitlichkeit haben wir mit dem Konzept der Sequentialität eine methodologische Leitorientierung, die sich in unzähligen Analysen empirisch bewährt hat und theoretisch explizierbar ist. Für Räumlichkeit gilt das (trotz der Pionierarbeiten von Goffman, Hall oder Birdwhistell) offenkundig nicht, obwohl man mit Fug und Recht behaupten kann, dass Raum und Räumlichkeit – genauso wie Zeit und Zeitlichkeit – interaktiv in Anspruch genommen und interaktiv hergestellt werden. Kann man daraus schliessen, dass der Raum für die Interaktion weniger wichtig ist als die Zeit? Oder hat es damit zu tun, dass Raum und Räumlichkeit für eine an sprachlichen Erscheinungsformen orientierte linguistische Gesprächsforschung empirisch und methodisch schwerer zu fassen sind? Und welcher Art sind die Phänomene, die man zu sehen bekommt und die Konzepte, die man braucht, wenn man Räumlichkeit als Aspekt von Anwesenheit zu thematisieren versucht? Was schliesslich leistet Sprache für die interaktive Inanspruchnahme von Raum und Räumlichkeit, und was ergibt sich daraus für das Verhältnis von Sprache und Raum?

 

Diesen und ähnlichen Fragen soll im Vortrag am Beispiel einer Interaktionsepisode aus der Kunstkommunikation nachgegangen werden.

 

(Web: http://www.ds.uzh.ch/Institut/Mitarbeitende/index.php?detail=237&get=rs)